Nicolas Koch

Plötzlich Schauspieler

Nicolas ist 26 Jahre alt, Seminarist für die Diözese Basel und studiertTheologie in Rom. In einem Filmproj ekt über den ganz neuen Heiligen PierGiorgio Frassati übernahm er die Hauptrolle und wurde so unerwartetSchauspieler.

Text Clara Auersperg

Woran arbeitest du gerade?

Nicolas: Ich spiele gerade Pier Giorgio Frassati in einem kurzen Spielfilm. Das ist ein Projekt von Adoray Schweiz, der großen katholischen Jugendbewegung in der Schweiz. Sie feiern das 20-jährigeJubiläum und so haben sie sich etwasSpezielles überlegt. Sie wollten für diesesJubiläumsjahr einen Film über das Leben von Pier Giorgio machen. Pier Giorgio Frassati ist vor etwa 100 Jahren im Alter von 24 Jahren gestorben und jetzt im September heiliggesprochen worden.Er ist ein sehr junger Heiliger und auch der Patron von Adoray. Der Spielfilm wird eine 45-minütige Produktion im Kurzformat. Kameramann und Schnitt sind Profis, aber sonst bestehen das Team und die Schauspieler aus Laien. Gezeigt wird der Film zum ersten Mal am 18. Oktober beim Adoray Festival in Zug und soll dann weiter öffentlich gemacht werden.

Wie bist du zu dem gekommen, was du machst?

Ich wurde von der Drehbuchautorin gefragt, ob ich Pier Giorgio in der Hauptrolle spielen möchte. Nach ein bisschen Überlegen und Beten habe ich entschieden, dass ich das gerne mache. Die Planungen und Organisation haben schon vor mehr als einem Jahr begonnen. Die konkreten Proben starteten dann im Mai – immer an zwei Tagen an einem Wochenende. Die Dreharbeiten fanden schließlich im Tessin in der Nähe von Locarno im Maggiatal statt. Insgesamt waren es zwölf sehr intensive Tage, wo wir sehr viele Szenen gedreht haben. Es war unglaublich, wie sich da alles immer sehr gefügt hatte. Probleme, die aufkamen, wurden immer auf tolle, wunderbare Art und Weise gelöst. Es war sehr schön, die Hand Gottes darin zu sehen.Und wir sind überzeugt, dass auch der heilige Pier Giorgio immer mit geholfen hat. Eigentlich war das alles ein ziemliches Wunder, weil es so ein großes Projekt war. Man spürt einfach, wenn Gott hilft. Wenn die Türen aufgehen und man merkt: „Wow! Beeindruckend, dass es einfach geht.“ Für mich war es dann auch superschön, bei der Heiligsprechung dabei zu sein. Das war schon sehr speziell und eine große Freude, besonders, weil wir über die Monate so eine Freundschaft mit dem Heiligen aufgebaut haben. Es war fast so, wie wenn ein Freund von dir heiliggesprochen wird. Das war schon sehr cool. Es kamen noch zwei aus demFilmteam mit nach Rom und wir haben einige kleine Aufnahmen für den Schlussdes Films gemacht.

Warum glaubst du an Gott?

Weil ich nicht anders kann, weil er sich geoffenbart hat und weil es eine Wahrheit ist, die ich erkenne und für die ich mein ganzes Leben geben will. Also, ich habe die Sicherheit, vielleicht nicht sowie bei der Naturwissenschaft, wo man alles empirisch nachweisen kann, sondern weil ich die Gewissheit habe, dass diese Offenbarung wahr ist, auch aufgrund meiner Erfahrung des Glaubens, aber auch, weil es die Kirche mich lehrt.Also, ich kann nicht anders. Ich durfte in einer katholischen Familie auf wachsen und habe schon sehr früh Erfahrungen des Glaubens gemacht. Später habe ich auch lernen dürfen, dass es noch ein vielgrößeres Zeugnis gibt als das in meinem Umkreis. Nämlich das Zeugnis der ganzen Kirche. Wie Paulus sagt: Wir sind umgeben von einer Wolke von Zeugen.Das ist die Erfahrung, die ich immer mehr mache.

 

Ein Leben für andere - Pier Giorgio Frassati

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